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[MUC] SMASH IAA

6. September um 8:00 bis 12. September um 17:00

Vom 6. bis 12. September 2021 findet in München die Internationale Automobilausstellung (kurz IAA) statt. Mitten in der Klimakrise wollen die großen Automobilkonzerne den Individualverkehr hochleben lassen und unter einem grünen Mäntelchen verdecken, was wir eigentlich alle wissen: Dass sie für ihre Profite die Klimakrise befeuern. Das wollen wir nicht unwidersprochen lassen. Deshalb rufen wir zu direkten Aktionen im Rahmen der Messe auf!

Deutschland, einig Autoland?

In Deutschland ist es schwierig, ohne Auto zu leben. Vor allem außerhalb der großen Städte. Das private Auto, verkauft unter dem Versprechen der großen Freiheit, ist längst zur bitteren Notwendigkeit geworden.

Das Kapital fordert: Wer arbeitet, muss flexibel sein. Und flexibel heißt mobil. 39 Prozent der arbeitenden Menschen in Deutschland pendeln zu ihrem Arbeitsplatz. Hohe Mieten vertreiben die Menschen in die Vororte, berufliche Anforderungen verlangen ihnen stundenlange Fahrten zum Arbeitsplatz ab.

Gleichzeitig ist der öffentliche Verkehr in vielen Dörfern und Kommunen kaum vorhanden und in den Städten überteuert. Der Bahnverkehr wurde in den letzten 30 Jahren immer weiter eingeschränkt. Seit 1994 wurden in Deutschland knapp 6000 Kilometer Schiene stillgelegt, Bahnhöfe und öffentliche Infrastruktur verscherbelt, zehntausende Bahnangestellte entlassen. Viele ostdeutsche Städte wurden vollständig vom Fernverkehr der Bahn abgeschnitten.

Auto zu fahren ist für viele also keine Wahl, sondern ein Zwang. Ein Zwang, den der deutsche Staat aktiv befördert. Während die Bahngleise veralten, werden noch immer jedes Jahr mehr Autobahnen gebaut. 26 Milliarden Euro sind allein in den letzten elf Jahren in den Autobahn-Bau geflossen. Der öffentliche Raum wird unter Straßennetzen begraben, Parks werden zu Parkplätzen und intakte Wälder wie der Dannenröder Forst werden für teilprivatisierte Autobahnen abgeholzt.

Staat für‘s Auto-Kapital

Hinter all dem stehen Interessen: Die Interessen des Kapitals. Das Auto-Kapital und der deutsche Staat sind eng miteinander verwoben. Wenn die Bundesregierung mitten in der Klimakrise Abwrackprämien beschließt und die großen Autokonzerne BMW, VW und Daimler nahezu zeitgleich Milliarden Euro an Dividenden an ihre Eigentümer:innen und Aktionär:innen ausschütten, dann zeigen sie damit nur einmal mehr, nach welchem Prinzip der Verkehr in Deutschland funktioniert: Nach dem Prinzip, möglichst viel Profit für einige wenige zu erwirtschaften.

Die Arbeiter:innen der Automobilkonzerne haben hiervon nichts. Während die Konzerne Milliarden für Dividenden übrig haben, steigt die Zahl der Leiharbeiter:innen in den Werken weiter an. Zehntausende Menschen werden in unsichere Beschäftigungsverhältnisse gezwungen und bei jeder Marktschwankung sofort entlassen.

Die IAA ist ein Symbol all dessen. Hier wird die Ausbeutung der Beschäftigten und die Zerstörung unserer Zukunft als „sauber, grün und zukunftsfähig“ zelebriert.

Kein Wort von den verheerenden Arbeitsbedingungen und Folgen des Lithium-Abbaus, kein Wort davon, dass ein E-Auto erst nach zehntausenden Kilometern eine bessere CO2-Bilanz als ein Auto mit Verbrennungsmotor aufweist. Und natürlich wird auch verschwiegen, dass die Verbrenner weiter produziert werden. Allerdings im Osten Europas, wo die Kapitalist:innen zusätzlich ordentlich an Löhnen sparen. Der längst überholte Individualverkehr wird als Lösung für die sich rasant verschärfende Klimakrise präsentiert, um die angeschlagene deutsche Automobilindustrie, ihre Macht und wirtschaftliche Stärke aufrechtzuerhalten.

Aber damit werden sie nicht durchkommen.

Unsere Antwort: Klassenkampf und Enteignung

Wir lassen uns nicht mehr gefallen, dass das Klima und unsere Umwelt für die Profite der Auto-Industrie zerstört werden.

Wir akzeptieren nicht mehr, dass öffentlicher Verkehr systematisch niedergehalten wird, während Wälder und Städte für den Bau von Straßen zerschnitten werden.

Wir machen die Spaltung von Arbeiter:innen und Klimabewegung nicht länger mit. Es sind nicht die Beschäftigten, die für ihre Profite bewusst die Klimakrise anheizen. Es ist nicht die Klimabewegung, die die Verantwortung für die Mobilitätswende auf den Rücken der Arbeiter:innen abwälzen will.

Und wir lassen uns nicht verarschen von dem Greenwashing und den leeren Worten der Politiker:innen und Kapitalist:innen in der Autoindustrie.

Wir kämpfen für ein Verkehrssystem, das nach den Bedürfnissen der Menschen funktioniert statt für den Profit einiger weniger. Ein Verkehrssystem, das über einen ausgebauten und kostenlosen ÖPNV tatsächlich saubere Mobilität für alle ermöglicht. Ein Verkehrssystem in den Händen der Menschen.

Uns ist klar: Die Automobilindustrie ist ein mächtiger Gegner, gerade in Deutschland. Ranghohe Politiker:innen sitzen in den Aufsichtsräten der Automobilkonzerne und mächtige Kapitalfraktionen verteidigen ihre Profite mit der Macht ihres Geldes. Aber klar ist auch: Wenn wir der Klimakrise etwas entgegensetzen wollen, dann müssen wir die Autokonzerne entmachten. Dafür müssen wir die Kapitalist:innen enteignen und die gesamte Verkehrsbranche in die demokratische Kontrolle der Gesellschaft überführen.

Dabei können wir uns nicht mit Appellen an den Staat oder einzelne Parteien richten. Die Aufgabe jeder Regierung im Kapitalismus ist der Schutz der Eigentumsverhältnisse und Profite des Kapitals. Wenn wir insgesamt mit dem System des Profits brechen wollen, müssen wir den Kapitalismus überwinden. Wir müssen dem Kapital die Mittel seiner Macht nehmen: es enteignen. Der Staat wird uns dabei nicht helfen, sondern versuchen den Status quo zu verteidigen.

Nehmen wir unsere Zukunft also selbst in die Hand! Kommt zu den Protesten gegen die IAA nach München. Lasst uns gemeinsam kämpfen gegen den Kapitalismus, gegen die Zerstörung unserer Umwelt und Lebensgrundlagen und für die Enteignung der Autokonzerne. Für eine klassenkämpferische Klimabewegung!

Details

Beginn:
6. September um 8:00
Ende:
12. September um 17:00
Veranstaltungskategorie:
Webseite:
https://smashiaa.noblogs.org/

Veranstaltungsort

München