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Ausnahmezustand (Kanun Hükmü) Dokumentarfilm von Nejla Demirci

15. Juni um 19:45 bis 22:45

Fimvorführung mit anschließendem Publiumsgespräch mit der Regiesseurin Nejla Demirci !!!Orginalfassung mit englischen Untertiteln!!! AUSNAHMEZUSTAND (KANUN HÜKMÜ) ist ein Dokumentarfilm, der den täglichen Faschismus in der Türkei nach dem Putschversuch vom 15 Juli 2016 anhand des Überlebenskampfes der per Notstandsverordnung entlassenen Ärztin Yasemin und des mit Berufsverbot belegten Volksschullehrers Engin schildert. Als die Ärztin Yasemin ohne irgendeine Begründung von ihrer Entlassung erfährt, ändert sich ihr Leben grundlegend. Als einzige Kardiologin am staatlichen Krankenhaus in Bodrum hatte sie intensiv jeden Tag arbeiten müssen. Nun weiß sie nicht, was sich mit ihrer freien Zeit anfangen soll. Während ihre Kollegen und Kolleginnen sie allein lassen, organisieren ihre Patienten den Kampf um ihre Wiedereinstellung. Das gibt ihr den Mut, ebenfalls weiterzukämpfen. Der Grundschullehrer Engin wurde ohne Begründung entlassen und von seinen Schülern getrennt. Gegen diese Ungerechtigkeit protestiert er friedlich auf dem zentralen Platz von Bodrum. Jeden Tag wählt er eine andere Aktionsform. Diese Aktionen haben Witz. Er schreibt zum Beispiel mit Wasser auf den Boden “Ich will zurück in meinen Beruf”. Als die Polizei kommt, ist der Straftatbestand getrocknet. Oder er hängt ein Plakat mit der Aufschrift “Ich will zurück zu meinen Schülern!” an einen Ballon. Sobald die Polizei kommt, läßt er den Ballon davonfliegen. Die Polizei ärgert es gründlich daß sie keine Beweismittel sicherstellen kann. Da Yasemin nichts zu tun hat, besucht sie ihre Patienten in deren Häusern, behandelt sie gratis, weil sie sie nicht mit der staatlichen Medizin allein lassen will. Während auf der Promenade, wo Engin seine Aktionen macht, die Vergnügungsindustrie der Tourismushochburg Bodrum weitergeht, sieht man die anderen Seite der luxuriösen Stadt, wenn Yasemin die dringendsten Fälle unter den armen Patienten behandelt. Engins friedliche Aktionen an der Promenade erregen das Interesse der Vorbeigehenden. Die Patienten kämpfen weiter für die Wiedereinstellung ihrer Ärztin. Die Repression der Polizei wird von Tag zu Tag massiver. Engin wird ohne Begründung nach jeder Aktion festgenommen. Dabei beruft sich die Polizei sogar darauf, ihn vor Angriffen der Bürger schützen zu müssen. Engins Tochter hat Angst, wenn ihr Vater im öffentlichen Raum seine Aktionen macht. Engins Mutter und Vater kommen nach Bodrum, um ihn dazu zu bewegen, seine Aktionen aufzugeben. Yasemins Mutter bedrängt sie, in diesen schweren Zeiten nicht allein zu bleiben und zu heiraten. Die Mütter haben große Sorgen. Während die Bemühungen von Yasemins Patienten von der Polizei bekämpft werden, nimmt auch der Druck auf das Dokumentarfilmteam zu. Als nach dreijährigen Dreharbeiten die Polizei eine versteckte Kamera entdeckt, wird der Regisseurin das Filmen offiziell verboten. Die beiden einsamen und von der Gesellschaft ausgegrenzten Protagonisten kämpfen trotz allen Repressionen und Schwierigkeiten weiterhin für die Rückkehr in ihre Berufe. Wie lange Yasemin und Engin das noch durchhalten, ist ungewiß.

Details

Datum:
15. Juni
Zeit:
19:45 bis 22:45
Eintritt:
Kostenlos
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
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Veranstalter

ZAM e. V. – Zusammenschluss Augsburger Migranten(selbst)organisationen
Internationales Kulturzentrum Augsburg e.V.

Mephisto Kino

Karolinenstraße 21
Augsburg,
Veranstaltungsort-Website anzeigen

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