Demo Bericht – EIN JAHR HANAU: NICHTS PASSIERT!

 


Am 19. Februar 2020 ermordete ein Rechtsextremist in Hanau zehn Menschen, neun davon mit rassistischem Motiv.

Gestern, genau ein Jahr danach, fanden in ganz Deutschland Demonstrationen und Kundgebungen statt, welche der Forderung der Hinterbliebenen-Initiative „19.Februar.Hanau“ Nachdruck verleihen   wollten: „Kein Vergessen!“



 

Auch in Augsburg gab es gestern eine Gedenkdemo gegen das Vergessen:

Rund 1000 Antifaschist*innen zogen am frühen Abend mit einer lautstarken und sehr kämpferischen Demonstration durch die Innenstadt – in der Mitte die Bilder und Namen der neun Opfer von Hanau. Wut und Trauer wurde auf die Straße getragen… Und klar gemacht: „Hanau war kein Einzelfall!“. Dahinter steckt ein System und dieses ist von Grund auf rassistisch! Es ist ein wichtiger Schritt, dass sich dem immer mehr Menschen bewusst werden.

 



 

Und: Wir müssen alle zusammen kämpfen! „Siamo tutti Antifascisti!“ hallte es durch die City… Die Antwort kann nur eine antifaschistische sein…

Dabei wurde bei Redebeiträgen betont, dass wir uns nicht auf den Staat oder die bürgerlichen Parteien verlassen können. Im Gegenteil, hier wird das rassistische System, welches eng mit dem Kapitalismus und dem Patriachat verknüpft ist, reproduziert. Mehr noch: ihr bürgerliches System ist rassistisch!

Noch viel weniger verlassen können wir uns auf ihre Polizei. Die Verstrickung dieser nicht reformierbaren Behörde mit der Rechten Szene und ihrem Terror wurde bei einer Zwischenkundgebung vorm Polizeipräsidium Innenstadt betont, obwohl diese im Vorfeld untersagt wurde. Sinnbildlich: “Wo wo wo wart ihr in Hanau?“. Gestern wart ihr wieder im Spalier und habt uns abgefilmt, überwacht und eingeengt …


   

     


 

Die freiheitsberaubende, bedrückende und tödliche Atmosphäre dieser Gesellschaft wird also nicht von selber vorüberziehen. Rassistische Morde werden nicht durch Kondolenzbotschaften und fadenscheinige Versprechungen irgendwelcher Politiker*innen verhindert…. Selbst der Forderung nach lückenloser Aufklärung wird man nicht im Ansatz gerecht…

Wir müssen den Antifaschismus selber organisieren, von unten und gemeinsam… Was wir gestern auf der Straße gesehen haben, war für Augsburg und die Region ein guter Anfang und ein starkes Zeichen!


   

   


 

Wir haben es schon einmal gesagt und wollen es an dieser Stelle noch einmal wiederholen: In der Stadt entwickelt sich etwas, das uns mit mehr Mut in die Zukunft blicken lässt…  Eine solche Demo wäre vor einigen Jahren noch nicht möglich gewesen. Dazu gehört sicherlich auch, dass es zunehmend gelingt, sich mit der Region zu vernetzen. So waren auch einige Antifaschist*innen aus anderen Städten anwesend, besonders stark war die Anreise dabei aus dem Allgäu.



 

Großer Dank an dieser Stelle auch an die Initiative „19Februar.Augsburg“, die viel Zeit und Kraft in die Orga gesteckt hat!

Lasst uns aber abschließend nicht vergessen…      Den Blick nicht nur auf das große Ganze legen…

Vor einem Jahr wurden zehn Menschen ermordet:


Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin und Gabriele Rathjen


Erinnern heißt aber auch, dass es damit nicht nach dem gestrigen Tag vorbei sein darf! Vergesst diese Namen nie! Vergesst alle Namen niemals!

Es wird nicht vorbei sein, solange nicht alle Menschen gut und in Freiheit leben können!

 

(Die Bilder dürfen gerne von Gruppen und/oder Initiativen für den unkommerziellen Gebrauch weiter genutzt werden, gerne mit Angabe der Quelle.)

 

 

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