#RATHAUSbeCAMPen – RATHAUS BLOCKADE

Unter dem Motto „Rathaus Blockade – Das Kohleeinstiegsgesetz zerstört unsere Zukunft!!“ errichteten am Mittwochabend, den 01.07., rund 20 Klimaaktivist*innen ein angemeldetes Protestcamp am Augsburger Rathausplatz. Hintergrund der Aktion war das am Freitag den 03.07. im Bundestag abzustimmende Gesetz zum „Kohleausstieg“. Das Gesetz sieht den Kohleausstieg erst 2038 vor. Was nach Aussage der ‚Scientists for Future‘ zum Verfehlen der Klimaziele und dem Übersteigen der 1,5 Grad Grenze führen würde und wird.

Am Donnerstag versuchte dann eine Gruppe von ca. 25 Klimaaktivist*innen das Rathaus zu besetzten, um die Dringlichkeit der Thematik deutlich zu machen. Sie begaben sich kurz vor der Schließung, um 18 Uhr, in den öffentlichen Teil des Rathauses. Innerhalb kürzester Zeit führte ein massives Polizeiaufgebot dazu, dass die Besetzer*innen nach kurzen Verhandlungen das Gebäude wieder verlassen mussten. Direkt im Anschluss starteten die Klimaaktivist*innen aus dem Camp und die Besetzer*innen eine Spontandemonstration. Diese wurde nach nur wenigen Metern von der Polizei gestoppt. Der Protest wurde eingekesselt. Dabei schubste die Polizei unnötig die Aktivist*innen und drohte mit Pfefferspray und Schlagstockeinsatz. Erst nachdem sich eine Person bereit erklärte die Demonstration anzumelden und somit die Verantwortung zu übernehmen, wurde der Kessel aufgelöst. Dennoch durfte die Demo nicht laufen und es wurden Personalien von Anmelder*in und zwei weiteren Aktivist*innen aufgenommen. Einige Stunden später gab es eine daraufhin angemeldete Demonstration mit sogenanntem „Gehzeug“ und lauten Rufen über die Maximilianstraße.

Das Camp wächst von Tag zu Tag; es sind immer zwischen 20 und 60 Aktivist*innen vor Ort, von denen einige dort übernachten. Es werden Demos und Blockaden organisiert, Aktionstrainings angeboten. Abends gibt es leckeres Essen von der selbstorganisierten Soliküche und live-gespielte Musik. Neben Pavillons gibt es mittlerweile Sofas, Info- und Arbeitstische und vier Gehzeuge liegen ständig bereit. Es wird gelesen, jongliert, diskutiert und Musik gemacht. Es findet also ein reger Austausch untereinander, aber auch mit den Passant*innen statt. Außerdem werden Unterschriften für den Augsburger Radentscheid gesammelt.

Viele Augsburger*innen solidarisieren sich mit den Aktivist*innen und bringen Essen und Getränke vorbei oder verbringen etwas Zeit im Camp. Auch Klimaaktivist*innen aus anderen Städten sind schon angereist und haben ein paar Tage und Nächte dort verbracht.

Es etablieren sich langsam Strukturen, wie regelmäßige Plena (Treffen), in denen gemeinsam und demokratisch über den Verlauf des Tages und Aktionen abgestimmt wird.

Wie zu befürchten war, wurde am Freitag das „KohleEINstiegsgesetz“ verabschiedet und somit gegen die Empfehlungen eines Großteils der Wissenschaft gehandelt.

Doch die Aktivist*innen geben nicht auf. Sie verlängerten die Besetzung bzw. das Klimacamp bis Sonntag. Mittlerweile ist die Dauer bis auf unbestimmte Zeit verlängert.

Also schaut vorbei! Solidarisiert euch! Und macht mit!

Werdet ein Teil des Camps und kämpft mit für eine bessere Zukunft!

Ob für ein paar Stunden oder gleich für mehrere Nächte…

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